Giga DSL: Huawei will die Geschwindigkeit revolutionieren
Die erste GB-DSL-Leitung kommt wahrscheinlich vom chinesischen Technologie-Konzern Huawei. DSL-Anbieter weltweit werden bei den Chinesen Schlange stehen, wenn die Meldung stimmt. Vorläufig handelt es sich um ein technologisches Experiment.
1 GB über TDD
Ein Giga-DSL-Prototyp, der 1.000 MBit/s, also 1 GB erreicht, soll vom Technologiekonzern aus Shenzhen (Europazentrale in Düsseldorf) mittels Time Division Duplex erreicht worden sein. Das TDD-Verfahren erlaubte den Up- und Downstream über ein einziges Doppelkabel, und das auf eine Entfernung von 100 Meter – ein neuer Rekord. Auch bis 200 und 500 Meter wurden noch sehr respektable Datenraten erreicht. Die Bandbreiten sind bei Glasfaserkabeln stets begrenzt, bei allen derzeit verwendeten Technologien streben die DSL-Anbieter.com eine möglichst dichte Installation der optischen Glasfaser-Access-Points am Nutzer an. Das betrifft gleichermaßen FTTB (Fiber-to-the-Building), FTTC (Fiber-to-the-Curb) und FTTH Fiber-to-the-Home). Nur bei möglichst kurzen Glasfaserkabeln können die DSL-Anbieter die ungestörte Übertragung von IP-TV und HD-TV gewährleisten. Gerade die Bandbreiten ab 100 bis 1.000 MBit/s sind mittels DSL-Technologie auch auf Kupferdoppelader bei Entfernungen von 100 Metern und mehr sehr schwer zu realisieren. Huawei hat nun einen Prototypen entworfen, der eine niedrige spektrale Leistungsdichte nutzt, damit Störstrahlung und Energieverbrauch reduziert und die 1 GB-DSL-Übertragung bis 100 Meter, immer noch 500 MBit/s bis 200 Meter erreicht.
Ergebnis einer ITU-Arbeitsgruppe
Die ITU, die Internationale Fernmeldeunion, hatte 2011 eine Arbeitsgruppe zusammengestellt, die an genau diesen Hochgeschwindigkeitszugängen arbeitete, Huawei war Teilnehmer dieser Gruppe. Die Chinesen haben sich mit ihrem Durchbruch als Technologieführer profiliert, an dem in Zukunft kein internationaler Vermarkter mehr vorbeikommen wird. Noch sind nicht alle Probleme gelöst, beispielsweise arbeitet man nach Angaben des Huawei-Experten Dr. Long Guozhu noch am physischen High-Speed-Layer und am analogen Hochfrequenz-Front-End (AFE). Die Technologie steht jedoch mit TDD-OFDM bereit, und sie ist zu ADSL/VDSL2 abwärtskompatibel. Für DSL-Anschlüsse dürfte das einen ungeheuren Schub bedeuten.
