HPV-Test auf dem Prüfstand
Wie das Gesundheitsmagazin Medical Observer berichtet, hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Abschlussbericht über den sogennanten HPV-Test vorgelegt. Die Forscher sollten den medizinischen und wirtschaftlichen Nutzen des HPV-Tests unter die Lupe nehmen.
Was bringt der HPV-Test? Schützt dieser wirklich vor einer Krebserkrankung? Durch einen Test auf HPV, Humane Papillomaviren, sollen Medizinern zufolge Vorstufen des Gebärmutterhalskrebses früher erkannt werden. Doch kann der Test Todesfälle und Erkrankungen vermeiden. Oder laufen Patientinnen sogar Gefahr, übertherapiert zu werden? Die Wissenschaftler des Instituts haben etliche Studien unter die Lupe genommen. Untersuchungen aus verschiedenen europäischen Staaten sollten Aufschluss über Nutzen und Risiken vom HPV-Test geben.
235.613 Frauen waren an den Studien beteiligt. Fest steht: Es gibt Hinweise darauf, dass es durch den HPV-Test weniger Krebsdiagnosen gibt – zumindest im Bereich des Gebärmutterhalskrebs. Allerdings ist das nur eine Korrelation und keine Kausalität. Das bedeutet, dass dies nicht unbedingt am HPV-Test liegen muss. Zudem gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg bzw. die ausgewerteten Daten konnten nicht zeigen, dass es durch den Test zu weniger Todesfällen kommt.
Die Forscher zeigen zudem auf, dass es durch den Test auch die Gefahr der Übertherapie gäbe. Denn schon mittel- und niedriggradige Vorstufen eines Tumors werden von Ärzten behandeln. Meist bilden sich jene von alleine zurück. Wie häufig bei HPV- und/oder Pap-Test unnötig behandelt wird, lässt sich anhand dieser Studien allerdings nicht sagen.
